Geistliches und Profanes

BuchstabenAnders, als ich es kenne, wird eine Pfarrei hier als Pfarre bezeichnet wie in Österreich. Und statt der protestantischen heißen die katholischen Pfarrer Pastor, allerdings mit Betonung auf der zweiten Silbe. Der Dekan wird Dechant genannt.
Außerhalb des Dorfes liegen oft vereinzelte Höfe, die den Namen Kath tragen. Ich bin noch nicht dahintergekommen, warum manche Bauernhöfe so heißen und ob es der, die oder das Kath genannt wird.

Update: Vor Kurzem habe ich mir erklären lassen, dass es „die Kath“ oder „die Kate“ heiße und das Wort ein Synonym für Bauernhof sei, ähnlich wie das Wort Kotten.

Hasen und Kaninchen

WildkaninchenMittlerweile habe ich Stadtkind mich fast an das Landleben am Niederrhein gewöhnt. Es ist nicht übel, nun so eine Naturnähe zu haben (und Kulturnähe ist hier doch nicht so ausgeschlossen, wie ich zu Anfangs befürchtet hatte).

Neben der reichen Flora finde ich hier eine lustige Fauna aus für meine Ohren falsch singenden Amseln und Tauben (irgendwie klangen die in Chemnitz ganz anders), Möwen, Wildgänsen, Reihern, Enten, Fasanen, Schafen, Kühen, Pferden und Ponys und vor allem Hasen und Kaninchen.
Komischerweise scheint es hier eine geheime Abmachung zwischen Feldhasen und Kaninchen zu geben: Offenbar ist der Bereich zwischen Bedburg-Hau und Kleve Wildkaninchenrevier, während östlich davon, zwischen Bedburg-Hau und Kalkar die Feldhasen das Sagen zu haben scheinen.

allgemeine Zwischenbilanz

KopfweideDie Zahl meiner "Erlebnisse" und hier erlebten "Kuriositäten" scheint nicht mehr so häufig zu steigen, und die Sparte "Sprache" zu füllen, finde ich auch nicht mehr so einfach. (Hatte ich schon erwähnt, dass es mich bei einigen hiesigen Sprachphänomenen schüttelt?


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Grillage-Torte

SchlagsahneEine sehr leckere Spezialität, die ich hier am Niederrhein kennengelernt habe, ist die so genannte Grillage-Torte. Warum man eine Eistorte nach Maschendrahtzaun oder Drahtgitter benannt hat, konnte mir hier noch keiner erklären. Mit Draht hat sie jedenfalls nichts zu tun.

Sie besteht hauptsächlich aus Baiser und Schlagsahne und wird gefroren verzehrt. weiterlesen »

Jugendtreffen in Vilnius

Dom in Vilnius

Für das erste Maiwochenende werde ich mich morgen in aller Frühe ins Baltikum aufmachen, ca. 1700 km ostwärts von meinem Wohnort, zum Treffen des "Pilgerwegs des Vertrauens auf der Erde" in der litauischen Hauptstadt Vilnius.

Ein Zwischenziel auf meiner Reise wird zunächst aber die nördlich davon in der Rigaischen Bucht gelegene lettische Hauptstadt sein. Denn mit einer bekannten irischen Billigfluglinie kann ich fast von Zuhause – vom Flughafen Weeze – aus nach Riga gelangen, nicht aber nach Vilnius. Aber zum Glück wohnen auch in Riga Jugendliche, die sich schon auf das Jugendtreffen in Vilnius freuen und mich dorthin mitnehmen werden. weiterlesen »

Osterfeier – Osterfeuer

FeuerHeuer habe ich die Kar- und Ostertage in verschiedenen Gemeinden der Umgebung miterlebt.

Am Vorabend des Palmsonntags feierte ich in der Christus-König-Kirche in der Klever Oberstadt mit. Die Messe wurde vom Dekanatsjugendchor Young Soul und dem Gemeindekirchenchor mitgestaltet. Sehr schön fand ich, dass der lange Passionstext in mehrere Abschnitte geteilt gelesen und dazwischen immer textlich wunderbar passende Lieder gesungen oder vorgetragen wurden. weiterlesen »

Mentalität

Fragezeichen aus SpielfigurenNun, nach etwa drei Monaten hier am Niederrhein hatte ich einigermaßen Gelegenheit, mir auch ein Bild von der hiesigen Bevölkerung zu machen, und will mal probieren, meine Eindrücke zu formulieren.

Versuche ich, Vergleiche zu meinem früheren Wohnort Chemnitz zu ziehen (einer Großstadt), fallen mir als erstes Unterschiede im Kommunikationsverhalten ein. weiterlesen »

Tambourenweckmarsch

Heinrich Campendonk 1949 Karneval im Museum Schloss MoylandWährend ich sonst nur dezenten, unaufdringlichen Fasching kenne (soll heißen, wenn man nicht hinging, merkte man nix davon), kann man hier dem Karneval nicht ausweichen. Am Rußigen Freitagmorgen hörte ich sogar den Tambourcorps von draußen, der traditionell durchs Dorf zieht, um die Leute mit seiner „Musik“ zu wecken. Und in der Fußgängerzone von Kleve kreuzte eine ganze Kindergartengruppe inkl. Betreuerinnen im Faschingskostüm lärmend meinen Weg. Rosenmontag ist hier sogar ein Brauchtumstag, an dem sämtliche Geschäfte geschlossen haben. Dienstag heißt nicht Faschingsdienstag, sondern Veilchendienstag, der Sonntag Tulpensonntag. Man merkt, dass ich ein Faschingsmuffel bin…

Vlokken und Vla

Vlokken und VlaIhr habt ja schon gemerkt, dass Essen für mich zu den Erlebnissen zählt und dass die Niederländer meiner Meinung nach wissen, was gut schmeckt. Dazu fällt mir noch die Vielfalt an Vlokken ein – nicht nur Schokoladestreusel, sondern auch welche mit Fruchtaroma oder Anisgeschmack – die man aufs Brot gibt. Und bei Vla handelt es sich um eine Art Sahnepudding, den man ebenfalls aufs Brot geben kann.

Update: Auf buurtal gibt es einen Artikel über Vla mit Rezept!

Dehnungs-E und Dehnungs-I

BuchstabenNicht nur das hiesige Platt bereitet mir Schwierigkeiten, weil ich es nicht verstehe, sondern ein weiteres Sprachphänomen, das es wohl nur hier gibt, nämlich Dehnungs-e und Dehnungs-i, verrät mich jedesmal als Zugewanderte.

Im Nachbardorf gibt es z. B. die Felix-Roeloffs-Straße, die sich wohlgemerkt wie „Rooloffs“ spricht. Ein weiteres, mittlerweile wohl recht berühmtes Beispiel ist das Städtchen Grevenbroich bei Köln, das wie „Grevenbrooch“ klingt. Weitere Ortsnamen mit stummem, den vorangehenden Vokal lediglich verlängerndem e/i wären hier im Umkreis noch: Kevelaer, Straelen, Schaephuysen oder etwas weiter weg Soest oder auch Coesfeld.

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